Religion in der Werbung scheint fast so gut zu ziehen wie Sex. Der unsägliche Dieter Bohlen – einst von der Bild-Zeitung zum Pop-Titanen ausgerufen und zwischenzeitlich zum Großmaul herabgestuft – wirbt zur Zeit auf Plakaten für DSDS in Gebetspose – die Hände gefaltet und die Augen zum Himmel erhoben – mit dem Spruch:
“Herr, schick Talent vom Himmel”.
Zunächst kann man ihm nur Recht geben. Weshalb sollte er nicht beten? Auch Abraham und Sarah haben noch im hohen Alter ein Kind bekommen. Vielleicht bekommt er ja noch sein Talent.
Oder ist es einfach doch viel ehrlicher gemeint und es geht gar nicht um die Fernseh-Sendung, sondern um seine Finanzen? Dann geht es gar nicht um Talent, wie wir es heute meist verstehen, sondern um Talent im Sinne der Antike, wo man Gold und andere Metalle in Talenten abwog, also um eine Art Währung. Dann müsste man den Spruch einfach übersetzen:
“Herr, schick Geld vom Himmel.”